Deutsch-französische Gesellschaft reiste zum runden Geburtstag an die Loire
Die „Väter“ der Partnerschaft, die 1974 die Urkunde unterzeichneten, wären zufrieden mit dem, was ein halbes Jahrhundert später aus dem Freundschaftsbündnis zwischen Cosne sur Loire und der damaligen Verbandsgemeine Bad Ems geworden ist. Zum 50. Geburtstag der Jumelage wurde das Bündnis bekräftigt. Mit dabei waren über 60 Bürgerinnen und Bürger aus Bad Ems und Umgebung, die zum Jubiläum nach Frankreich gereist waren. Es wurde eine an Höhepunkten reiche Begegnung
Groß war der Jubel, als der Reisebus nach 630 Kilometern am Place de la Pêcherie eintraf. Dort warteten viele Cosner und zuvor angereiste Bad Emser, um die Gäste von der Lahn an der Loire zu begrüßen. Alte Freunde feierten ihr Wiedersehen, andere fruten sich über ihre erste Begegnung mit den gastfreundlichen Franzosen. Am Platz Bad Ems grüßte ein „Herzlich Willkommen“ und die Blaskapelle le Harmonie de Cosne gab ein kleines beschwingtes Konzert..


Was die Gäste nicht wussten, aus dem Begrüßungstrunk wurde mehr. Im Palais de Loire fand ein Festakt bei bester Bewirtung statt. Dabei wurde mit den Unterschriften der Bürgermeister unter eine Urkunde die Partnerschaft neu bekräftigt. Erneut vereinbart wurde die Partnerschaft unserer Gemeinden, die Absicht, ein Netz persönlicher Freundschaften zwischen ihren Einwohnern zu knüpfen, Verbindungen zwischen den Verwaltungen aufrechtzuerhalten und gemeinsam wechselseitige Bande auf kulturellem, wirtschaftlichen, sozialem und sportlichem Gebiet zu entwickeln.



Cosnes Bürgermeister Daniel Gillonnier sprach von tiefen Emotionen und einer unverbrüchlichen Verbindung. Er appellierte, das wertvolle Erbe der Brüderlichkeit und der gegenseitigen Verständigung weiter zu pflegen. Bürgermeister Uwe Bruchhäuser zeigte sich beeindruckt von dem Empfang, wünschte der Partnerschaft eine glückliche Zukunft und dankte allen, die sie mit Leben erfüllen.
L andrätin Magalie Malerba meinte, es sei besser für den Frieden zu arbeiten als Ängste zu schüren. Sylvain Cointat, Bürgermeister von Coeur De Loire, vergleichbar unserer Verbandsgemeinde, wünschte: „Lange lebe diese Partnerschaft“ und dass alle Nationen zu einem Europa der Brüderlichkeit zusammenrücken. Dem schlossen sich die beiden Präsidenten der deutsch-französischen Gesellschaft, Gregor Hermann und Christian Vennink, an.



Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn um 7.30 Uhr wurde in Richtung Paris gestartet. Der Besuch der Metropole wurde zu einem Höhepunkt der Reise. Per Bus und Boot erlebte man die Weltstadt mit ihren berühmten Bauwerken und ihrem besonderen Flair. Mit Auge und Handy festgehalten wurden u.a. die Baustelle von Notre Dame, der Eiffelturm, der Louvre, die Champs-Elysées, das Musée d´Orsay, das Grand Palais, alles bei strahlendem Sonnenschein.




Samstagvormittag kamen dann die 15 mitgereisten, gut gelaunten Rugby-Mannen vom VfL Bad Ems ganz groß zur Geltung. Doch aus dem geplanten Spiel mit der Cosner Rugby Mannschaft wurde nichts, weil diese sich für ein tags darauf stattfindendes Meisterschaftsspiel schonen musste. Die Emser Mannschaft jedenfalls spielte 7 zu 7 Mann und nahm den Wanderpokal mit nach Hause. Am mit Pokalen gefüllten Vereinsheim des UCS Rugby XV Cosnaois waren die Gäste jedoch beim Grillen an einer langen Tafel herzlich willkommen..



Schließlich gab es noch etwas zu erneuern. Der Baum, der zum 25-jährigen Bestehen am Platz der Partnerschaft gepflanzt worden war, musste einem großen Parkplatz weichen.. So wurde nun ersatzweise, und vorsorglich von Profis gepflanzt, am Zusammenfluss von Loire und Nohain eine Eberesche gepflanzt, die von den Offiziellen nur noch angehäufelt und begossen werden musste. Eine Gedenktafel wies auf das 50. Jubiläum der Partnerschaft hin. Dazu spielte die Harmonie die beiden Nationalhymnen und die Europahymne.
Bei einem gemeinsamen Gespräch in einer kleinen „Ratskunde“ stellten die beiden Bürgermeister fest, dass sie eigentlich die gleichen Probleme haben: Bildung, Wasser- und Abwasserversorgung, Gesundheitswesen. Geplante Projekte wurden angesprochen, z.B. ein neues Krankenhaus in Cosne, das jetzige war zu klein und zu alt. Im Mittelpunkt aller Maßnahmen stehen immer die Bürger der Stadt.
Ein weiterer Höhepunkt war schließlich der Festabend in Cours. 100 Personen nahmen teil. Alle hatten sich chic gemacht und genossen ein köstliches Buffet mit vier Gängen. Zum Beginn nahmen sich alle bei der Hand und lauschten der Europahymne. Wieder wurde die Freundschaft zwischen den zwei Nationen beschworen, staatstragende Worte gesprochen und Freundschaftsgeschenke und Auszeichnungen ausgetauscht.




Wie unbeschwert und ausgelassen die Franzosen zu feiern verstehen, war beeindruckend. Die Rugby-Männer ließen sich nicht lumpen und bewegten ihren Ball sogar auf der Tanzfläche. Alle waren bei bester Stimmung. Schade nur, dass es am nächsten Tag wieder nach Hause ging.
„Es war überwältigend, insbesondere die große Gastfreundschaft und zu erleben, welchen hohen Stellenwert der deutsch-französischen Freundschaft in Cosne eingeräumt wird.", befand Gregor Hermann, der seit 30 Jahren Präsident der deutsch-französischen Gesellschaft ist. Er freut sich in diesem Jahr auf eine Förderung dieses Projekts „50 Jahre Deutsch-Französische Städtepartnerschaft“ durch den Deutsch-Französischen Bürgerfonds. Der Bürgerfonds geht auf den im Jahr 2019 zwischen Deutschland und Frankreich geschlossenen Vertrag von Aachen zurück und wurde im April 2020 errichtet. Er berät, vernetzt und finanziert Projekte, die die deutsch-französische Freundschaft und Europa in der Breite der Bevölkerung erlebbar machen.
„Ohne Abschied gibt es kein Wiedersehen“, sagte er am Sonntagmorgen vor der Abfahrt aus Cosne und erinnerte: „ Bürger und Vereine sind in der Pflicht, diese seit 50 Jahren bestehende Freundschaft zu pflegen. Zusammen mit dem Bürgermeister Uwe Bruchhäuser wurden die „Cosner“ zum Gegenbesuch eingeladen.





Im Rückreisegepäck waren auch die beiden ganz normalen Fahrräder von Christiane Josef und Karl Schupp. Die beiden waren 21 Tage von Bad Ems nach Cosne über 1070 Kilometer unterwegs, um bei der Jubiläumsfeier dabei zu sein. „Auf dem Rad riecht man das Land“, meinte Karl Schupp über die vielen Sinneseindrücke. Beeindruckt waren die beiden auch von der Hilfsbereitschaft der Franzosen als eine Felge brach. „Die Gastfreundlichkeit ist unglaublich.“


56 Jahre nach dem Elysée-Vertrag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Emmanuel Macron einen neuen Vertrag am 22. Januar 2019 in Aachen unterzeichnen. Dieser „Aachener Vertrag“ knüpft an den Elysée-Vertrag an.
Kleiner Einblick in den neuen bilateralen Vertrag mit Claire Demesmay (Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik) : https://www.deutschlandfunk.de/deutsch-franzoesischer-vertrag-der-zusammenhalt-der-eu-muss.694.de.html?dram:article_id=438194
Parallel dazu wird ein Parlamentsabkommen zwischen dem Bundestag und der Assemblée nationale verabschiedet.
Anlässlich dieses ereignisreichen Deutsch-Französischen Tages sind mehrere Veranstaltungen in Deutschland und Frankreich organisiert. Hier finden Sie eine kleine Auswahl von Veranstaltungen in der Umgebung:
Am 1. September haben sich Interessierte zum offenen Boule-Spiel am Wasserturm getroffen. Eingeladen waren alle, die neugierig auf die Pétanque waren oder bereits Erfahrungen hatten, die sie in entspannter Stimmung auffrischen wollten. Alle waren sich einig, dass man dies bald wiederholen sollte. Affaire à suivre donc…
An Christi Himmelfahrt 2018 hatten wir unsere Freunde aus Cosne-Cours-sur-Loire zu Besuch. 44. Partnerschaftstage in Bad Ems
©Urheberrecht. Alle Rechte vorbehalten.
Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen
Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.